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Edelhof Ricklingen


Edelhof Ricklingen
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Im hannoverschen Stadtteil Ricklingen befindet sich entlang der Ihme der etwa 7 Hektar große Park des Rittergutes Edelhof Ricklingen. Die Parkanlage des 19. Jahrhunderts im sogenannten landschaftlichen Stil, grenzt unmittelbar an die Hofanlage mit dem Herrenhaus. Ursprünglich lediglich durch die Ihme, unterbrochen, geht der Park optisch in die Landschaft über und bezieht diese in die Parkgestaltung mit ein.

Bedingt durch unterschiedliche Faktoren war es nicht möglich, eine durchgehende, angemessene Parkpflege zu gewährleisten. Durch die bestehende Hochwasserdynamik, die in den späten 1940er und 1980er Jahren erhebliche Schäden verursacht hat, kam es zu Einschränkungen und Veränderungen. Dies führte dazu, dass sich eine intensive Parkpflege auf die höher gelegenen, dem Herrenhaus zugewandten Bereiche beschränkte. Tiefere Regionen wurden stärker sich selbst überlassen. Zudem führten Kriegsauswirkungen dazu, bestimmte Bereiche funktional umzuwidmen und etwa als Obstplantage in der frühen Nachkriegszeit zu nutzen, um Grundlagen für eine ausreichende Nahrungsversorgung zu legen.

Der prägende Altbaumbestand am Herrenhaus (Oktober 2015)

Das führte dazu, dass Sichtbeziehungen zuwuchsen oder sich konkurrenzstarke Arten übermäßig etablierten. Dies wirkte sich insbesondere in den Randbereichen aus und veränderte die ursprüngliche Dimension der Freiflächen.

Um die Qualität der Anlage wieder herauszuarbeiten und eine ganzheitliche Gestaltungsqualität hervorzubringen, beauftragte die Stiftung Edelhof Ricklingen als Eigentümerin die Anfertigung einer denkmalpflegerischen Zielkonzeption für die Anlage. Die Erarbeitung der geschichtlichen Informationen wurde durch Dieter Mlynek vorgenommen.

Die Stiftung Edelhof Ricklingen beauftragte bereits seit längerem einen Landschaftsbaubetrieb mit der Pflege der Anlage. Insofern waren hier keine umfangreichen Maßnahmen nötig, da in gewissem Rahmen eine kontinuierliche Pflege erfolgt war. Diese galt es in zahlreichen kleinen Schritten zu konkretisieren und an die Pflegeansprüche eines denkmalgeschützten Objektes anzupassen. Schon bei der Erstellung des Gutachtens wurde der Pflegebetrieb daher aktiv in die Umsetzung einbezogen und grundsätzliche Ansprüche geklärt.

Bau einer Hochwasserschutzmauer, 2018, Blick von der Tachterrasse des Wintergartens

Zu erneuten starken Veränderungen und Eingriffen führte die Errichtung einer Hochwasserschutzanlage zum Schutz vor Ihmehochwässern. Hierbei mussten einige prägende Gehölzbestände im Gebäudeumfeld entfernt werden. Durch technische Einbauten ergaben sich visuelle Veränderungen in der Erlebbarkeit des Parkes.

Text (gekürzt) und Fotos: Landschaftsarchitekt A. v. Hoeren

Die Niedersächsische Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten förderte 2016 die denkmalpflegerische Zielkonzeption.

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