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Villengarten in Osterode


Villengarten in Osterode
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Seit dem Erwerb der Villa durch die heutigen Eigentümer im Jahr 2011 verfolgen diese im Verein “Freunde der Villa Gyps und Garten” die Instandsetzung und Rekonstruktion der Fabrikantenvilla mit dem dazugehörigen Garten. Die neuen Besitzer möchten Villa und Garten der Allgemeinheit zugänglich machen und durch Kulturereignisse wie Vorträge und Ausstellungen einer neuen Nutzung zuführen.

Gebäude und Garten sind 1994 und erneut 2005 durch das Landesamt für Denkmalpflege als Denkmal im Sinne des Landesdenkmalgesetzes eingestuft worden. Die Niedersächsische Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten hat 2012 die vorliegende Studienarbeit von Iris Lange und Anna Spiegelberg, Studentinnen der TU Berlin, mit einem Förderpreis gewürdigt.

Blick auf den südlichen Gartenhang
Blick auf den südlichen Gartenhang, 2015

In der Analyse formulieren die Verfasserinnen: „Zusammenfassend ist der Villengarten am Gipsmühlenweg aufgrund der beschriebenen Merkmale in seinen prägnantesten Elementen ein geometrischer Villengarten des einsetzenden Architekturgartenstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Einflüssen des Gemischten Gartenstils und somit ein wichtiger Vertreter seiner Entstehungszeit.“

Basierend auf der Studienarbeit sind mit Unterstützung durch die, von der Jobagentur finanzierte, Werkstattschule in Osterode und der dort beschäftigen Menschen bereits erste Maßnahmen im Garten der Villa umgesetzt worden. Im südlichen Teil wurden Bäume gefällt und das Schwimmbecken der 1960er-Jahre verfüllt. Die Wege im architektonischen Gartenteil direkt neben der Villa sind durch Suchgrabungen freigelegt und mit einer neuen Kiesschicht versehen worden. Die noch vorhandenen Stauden in den Beeten an der Pergola und am Mühlengraben wurden geborgen und bei der Neubepflanzung wieder verwendet.

Wiederbelebung des Gartens
Sichtbare Wiederbelebung des Gartens zwischen 2011 und 2015

Die Restaurierung des Gartenhauses wurde begonnen, vier Linden wurden wieder zu Kopfbäumen geschnitten, in der zentralen Rasenfläche wurde das hügelartige Schmuckbeet wieder angelegt. Dieser Gartenteil ist heute gesichert und wieder annähernd in seiner ursprünglichen Gestalt der 1910er Jahre erlebbar.

Mit fachlicher Begleitung sind weitere Schritte vorgesehen. Eine Weiterführung der vorliegenden Studienarbeit kann die fachliche Grundlage für den Umgang mit dem angrenzenden Gartenteilen schaffen. Der Nutzgarten im Osten der Pergola wird wiederbelebt und der südlich liegende Hang mit dem Pavillon soll ebenfalls wieder sein ursprüngliches Bild erhalten.

Text: Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt J. v. Kortzfleisch, Aufnahmen: v. Kortzfleisch

2015 wurden Rodungsarbeiten zur Freistellung des Gartenhanges durch die Gesellschaft gefördert.

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