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Rittergut Groß Vahlberg bei Wolfenbüttel

Der Landschaftspark am Rittergut Groß Vahlberg, ist um 1798 bis 1803 von Ludwig Friederich von Münchhausen (1796-1827) gleichzeitig mit der Errichtung des Herrenhauses, angelegt worden. Der Besitz in Groß Vahlberg geht auf einen alten von Weferlingenschen Rittersitz zurück, der 1774 von der Familie von Münchhausen erworben wurde.

Den vorläufigen gestalterischen Endpunkt im Park setzte die Umgestaltung des Gartens um 1835 mit der Anlage des großen Teiches und des Aussichtshügels durch Ludwig Carl Heino von Münchhausen (1835-1879). In dieser Zeit wurde das Gut, welches vorher nur als „Sommerfrische“ genutzt wurde, zum ständigen Wohnsitz ausgebaut. Der sich südlich und östlich ausbreitende, ca. 3 ha große Park erstreckt sich in einer natürlichen Talsenke mit erheblichen Höhenunterschieden. Der Park ist von tief eingeschnittenen Bachtälern durchzogen, die heute nur noch an einer Stelle zu einem kleinen Teich aufgestaut sind, während der größere schon seit Jahren verlandet ist.

Groß-Vahlberg-Bachlauf

Bachlauf, 2010

Groß-Vahlberg-Gutshaus

Blick auf das Gutshaus

Als Schwerpunkte dienten dem Park das Gutshaus, ein schon lange verschwundener Pavillonstandort sowie das Bachtal mit dem südlichen Teich. 1835 fügte man den großen Teich, den Lindenberg und den Pleasureground vor dem Gutshaus hinzu. Darüber hinaus erfuhren die Bachtäler durch ihren Ausbau eine erhebliche Attraktivitätssteigerung. Daneben wurden anlässlich familiärer Ereignisse ganz dem Zeitgeschmack entsprechend, immer wieder  philosophisch - ikonographische Gartenarchitekturen in den Park eingebracht, die den Besucher zu bestimmten Gedankengängen bei der Gartenbegehung anregen sollten. Auch wurde die Bepflanzung auf diese philosophischen Hintergründe abgestimmt. Außerdem besaß der Park zahlreiche Sitzplätze mit umfangreichem Gartenmobiliar, Kübelpflanzen und einen reichhaltigen Baum- und Blütenstrauchbesatz. Der beachtliche Aufwand, den man betrieb, obwohl das Gut nur von Zeit zu Zeit im Sommerhalbjahr bewohnt war, lässt auf einen ausgeprägten Gestaltungswillen der Familie von Münchhausen für die Gesamtanlage schließen. Ab 1945 baute Adelbert-Hubertus von Münchhausen (-1988) diesen Bestand weiter aus und ließ die Bäume etikettieren.

Leider wurde das Gut, wie schon Ende des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Perioden nur sporadisch bewohnt, so dass die Pflege durch die Pächter nicht im ausreichenden Maße aufgebracht wurde. In dieser Zeit wurden kaum Veränderungen vorgenommen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Park somit relativ vollständig erhalten.

Von den historischen und gestalterischen Zusammenhängen war vor der Erstellung des Parkpflegewerks kaum etwas bekannt. Nach der Erforschung der Geschichte und der früheren gartenarchitektonischen Konzeption wurde nach dem Abgleich mit dem gegenwärtigen Zustand ein Zielkonzept aufgestellt, was zahlreiche Maßnahmen an Gehölzstrukturen, Wegen und wasserbaulichen Elementen umfasst. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Wiederherrichtung der romantischen Bachtäler zu legen, die mit der Sanierung des oberen Teiches 2012 begonnen wurde. Der Teich soll entschlammt und neu abgedichtet werden. Zahlreiche Maßnahmen am Gehölzbestand wurden auf Basis des 2010 fertiggestellten Parkpflegewerks vom Eigentümer selbst durchgeführt.

Die Finanzierung des Parkpflegewerks wurde vom Nds. Landesamt für Denkmalpflege und der Nds. Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten gefördert. Die z. Zt. in Umsetzung befindlichen Maßnahmen werden zusätzlich durch die Deutsche Stiftung Denkmalpflege sowie die Stiftung Historische Gärten in Nds. mit finanziert.

Text (gekürzt): Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Kai-Uwe Grahmann, Aufnahmen: Grahmann, v. Kortzfleisch

 

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